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Bereich 03 · Datenbestand

Das Ergebnisarchiv

Liga, Pokal, Europa: alle Partien mit Datum, Gegner, Ergebnis und Wettbewerb, sortiert nach Spielzeit und geprüft an mehr als einer Quelle.

Das Archiv: Ergebnisse des KSC aus Liga, Pokal und internationalen Spielen

Ein Ergebnisarchiv ist die langweiligste und zugleich wichtigste Ecke einer Statistikseite. Hier liegt der Rohstoff, aus dem sich später alles andere ableiten lässt: Serien, Bestmarken, Bilanzen gegen einzelne Gegner, Heimstärke, Auswärtsschwäche. Die Arbeit daran besteht zu neunzig Prozent aus Abgleich und zu zehn Prozent aus Ärger, weil sich Quellen widersprechen. Trotzdem lohnt sie sich, denn ohne diese Basis bleibt jede Aussage über den KSC eine Behauptung. Der Bestand umfasst die Ligaspiele der Nachkriegszeit bis heute, sämtliche Partien im DFB-Pokal, die Spiele im badischen Verbandspokal sowie die internationalen Auftritte des Vereins. Jede Zeile enthält Datum, Wettbewerb, Spielort, Gegner, Endstand und, sofern gesichert, Torschützen und Zuschauerzahl.

Die Liga: fünf Spielklassen in siebzig Jahren

Der KSC hat in seiner Geschichte in erstaunlich vielen Ligen gespielt, und das macht die Sortierung anspruchsvoller, als man denkt. Nach der Fusion 1952 ging es in der Oberliga Süd los, damals die höchste Spielklasse im Süden. Ab 1963 kam die Bundesliga, in der der Club Gründungsmitglied war, danach folgten Jahre in der Regionalliga Süd, die bis 1974 die zweite Ebene bildete, anschließend die 2. Bundesliga in ihren verschiedenen Formaten. Um die Jahrtausendwende rutschte der Verein sogar in die damals drittklassige Regionalliga, und ab 2008 gab es zusätzlich die neu geschaffene 3. Liga, in der der KSC zweimal antrat. Wer Zahlen über diese Epochen hinweg vergleicht, muss wissen, welche Liga zum jeweiligen Zeitpunkt welche Wertigkeit hatte. Eine Meisterschaft in der Regionalliga Süd von 1970 ist etwas völlig anderes als ein Titel in der Regionalliga von 2005, obwohl beide gleich heißen.

DFB-Pokal: zwei Titel und drei verlorene Endspiele

Im Pokal steht die erfolgreichste Bilanz des Vereins. 1955 setzte sich der KSC im Endspiel mit 3:2 gegen den FC Schalke 04 durch, 1956 folgte ein 3:1 gegen den Hamburger SV. Beide Erfolge brachten dem Club keinen internationalen Startplatz ein, weil es den Europapokal der Pokalsieger schlicht noch nicht gab. Drei weitere Finalteilnahmen endeten ohne Titel: 1960 gegen Borussia Mönchengladbach, 1996 gegen den 1. FC Kaiserslautern und, wenn man das Meisterschaftsendspiel dazuzählt, 1956 gegen Borussia Dortmund. Neben diesen Höhepunkten stehen im Archiv aber vor allem die vielen frühen Pokalrunden gegen Amateurvertretungen und unterklassige Gegner. Genau die sind für die Datenpflege heikel, weil Berichte darüber oft nur regional erschienen und Torschützen manchmal gar nicht überliefert sind.

Der UEFA-Pokal 1993/94 Runde für Runde

Die international bedeutendste Spielzeit war 1993/94, und sie ist im Archiv am dichtesten dokumentiert. Der KSC hatte sich über den sechsten Rang der Bundesliga-Saison 1992/93 erstmals für den UEFA-Pokal qualifiziert und schaltete nacheinander vier Gegner aus, bevor im Halbfinale Schluss war. Das Rückspiel gegen den FC Valencia am 2. November 1993 gilt bis heute als eines der größten Europapokalspiele einer deutschen Mannschaft. Edgar Schmitt erzielte vier Tore und wurde am Ende des Wettbewerbs gemeinsam mit Dennis Bergkamp Torschützenkönig. Winfried Schäfer saß gesperrt auf der Tribüne, Oliver Kahn hielt in der Anfangsphase das Ergebnis fest, und danach kippte die Partie in eine Richtung, mit der niemand gerechnet hatte.

UEFA-Pokal 1993/94: der Weg des KSC bis ins Halbfinale
RundeGegnerHinspielRückspielWeiter?
1. RundePSV Eindhoven2:1 (H)0:0 (A)ja
2. RundeFC Valencia1:3 (A)7:0 (H)ja
AchtelfinaleGirondins Bordeaux0:1 (A)3:0 (H)ja
ViertelfinaleBoavista Porto1:1 (A)1:0 (H)ja
HalbfinaleCasino Salzburg0:0 (A)1:1 (H)nein

An diesem Halbfinale hängt eine der bittersten Zahlen der Vereinsgeschichte. Nach einem torlosen Auswärtsspiel in Wien reichte den Österreichern im Wildpark ein 1:1, weil auswärts erzielte Tore damals doppelt zählten. Diese Regel gibt es im europäischen Wettbewerb längst nicht mehr, was den Fall im Rückblick noch schwerer verdaulich macht. Neben 1993/94 finden sich im Archiv weitere internationale Auftritte aus den Neunzigern, darunter Teilnahmen am UI-Cup, die in der öffentlichen Erinnerung fast völlig verschwunden sind, für die Bilanz aber genauso zählen.

Woher die Daten stammen und wo sie sich widersprechen

Für die ältesten Jahrgänge stützt sich der Bestand auf Zeitungsberichte, Vereinsjahrbücher und Programmhefte. Ab den Achtzigern kommen Fachzeitschriften dazu, ab den späten Neunzigern digitale Datenbanken. Klingt geordnet, ist es aber nicht. Bei Spielen aus den Fünfzigern weichen Zuschauerangaben regelmäßig um mehrere tausend Personen voneinander ab, weil damals geschätzt statt gezählt wurde. Torschützen wurden gelegentlich falsch zugeordnet, besonders bei Gedränge im Strafraum, und Eigentore tauchten je nach Blatt mal beim Schützen, mal beim Gegner auf. Bei Auswechslungen fehlen aus der Frühzeit oft die Minutenangaben, was jede Berechnung von Einsatzzeiten für diese Jahre unmöglich macht. Wir vermerken solche Unsicherheiten lieber, als sie durch eine glatte Zahl zu verdecken.

Typische Stolperfallen bei der Archivarbeit

Wer selbst einmal Ergebnisse sammelt, tappt fast garantiert in dieselben Fallen. Erstens: verlegte Spiele. Ein Spieltag findet nicht automatisch an einem Wochenende statt, und Nachholpartien verschieben Serien, wenn man sie nach Datum statt nach Spieltag sortiert. Zweitens: Spielabbrüche und Wertungen am grünen Tisch, die im Ergebnis anders aussehen als auf dem Platz. Drittens: Freundschaftsspiele, die sich in Datenbanken zwischen Pflichtpartien mischen und Bilanzen aufblähen. Viertens: Testspielergebnisse aus Trainingslagern, die gar keinen Aussagewert haben, aber gern zitiert werden. Und fünftens, der Dauerbrenner, Namensvarianten von Vereinen, die im Lauf der Jahrzehnte fusionierten oder umbenannt wurden. Wer Casino Salzburg und den heutigen Salzburger Verein in einer Bilanz zusammenwirft, produziert eine Zahl, die niemandem hilft.

Was passiert, wenn man schlampig arbeitet, sieht man regelmäßig im Netz. Da kursieren Bilanzen gegen bestimmte Gegner, die um mehrere Spiele danebenliegen, weil Pokalpartien vergessen oder Aufstiegsrunden doppelt gezählt wurden. Einmal in Umlauf, lassen sich solche Fehler kaum noch einfangen, weil sie voneinander abgeschrieben werden. Deswegen steht am Ende jeder Reihe hier eine Angabe dazu, welche Wettbewerbe eingerechnet sind. Für den historischen Zusammenhang lohnt sich anschließend die Chronik, für die Bestmarken der Blick auf die Superlative, und wer die laufende Runde verfolgen will, findet die Zahlen zur aktuellen Saison an gewohnter Stelle.